http://www.walenstadt.ch/de/struktur/spezialgemeinden/ortsgemeinden/
19.02.2018 03:25:25



In der Gemeinde Walenstadt bestehen vier Ortsgemeinden:

Ortsgemeinde Berschis
Präsident: Thomas Schnider
Pluder 2056
8892 Berschis
http://berschis.info

Ortsgemeinde Tscherlach
Präsident: Patrick Sieber
Johannesstrasse 2
8881 Tscherlach

Ortsgemeinde Walenstadt
Präsident: Stefan Bürer
Postfach 106
8880 Walenstadt
http://ortsgemeindewalenstadt.ch

Ortsgemeinde Walenstadtberg
Präsident: Peter Junginger
Engenmoosstrasse 12
8880 Walenstadt

Berschis
Über viele Jahrhunderte war Berschis ein Bestandteil der Herrschaft Flums. Das Dorf bildete zwar eine eigene Gemeinschaft, die zahlreiche grosse Allmenden, Wälder, Wiesen, Acker und Alpen besass. Diese durften nur von den ortsansässigen Berschnem genutzt werden. Schwer lasteten die vielen Wuhrpflichten an der alten Seez und am Dorfbach auf den Grundbesitzern und Bürgern. Diese Bäche brachen immer wieder aus und richteten verheerenden Schaden in Wiesen und Feldern an.

Die Ortsgemeinde Berschis verwaltete seit alter Zeit die Kirchenfonde, die Armenspende, das Schulwesen, die Ortsgüter und die Alpen. Durch den Verkauf von riesigen Holzbeständen aus den eigenen Gemeindewäldern trugen die Berschner immer wieder die grössten Gemeindeschulden ab. 1883 baute man im Dorf die neue Wasserversorgung mit Hydrantenleitungen. 1890 begann man mit dem grosszügigen Ausbau des Berschnerbaches im Gebiet von Castilun, Malun und Sennis. Seit 1965 baute die Gemeinde Berschis viele Erschliessungsstrassen in ihren Wäldern und Alpen. 1977 wurde das gemeindeeigene "Casaltahaus" umgebaut und schön renoviert. Ferner ist sie Eigentümerin eines modernen Werkhofs und verfügt über eine leistungsfähige Forstgruppe.

Heute besitzt die Ortsgemeinde Berschis 56 ha Kulturland, 408 ha Wald. 419 ha Alpen und Allmenden und 379 ha unproduktives Land. Sie besitzt Einnahmen aus den Pachtzinsen für Wiesen, Acker, Alpen und aus den Holzverkäufen. Stimmberechtigte: 204.


Tscherlach
Das Gebiet der Gemeinde Tscherlach gehörte im Mittelalter den Freiherren von Sax Misox. Diese übergaben das ganze Dorf samt allen Leuten im Jahre 1438 dem Walenstadter Gaudenz von Hofstetten. Zwei Töchter von Hofstetten heirateten im Jahr 1460 die Gebrüder Blarer von Wartensee und brachten Tscherlach als Hochzeitsgabe mit in die Ehe. Im Jahre 1613 verkauften die Blarer Tscherlach mit Land und Leuten an den Glarner Ratsherm Ludwig Tschudi. Dessen Sohn kaufte im Jahre 1528 die Herrschaft Gräpplang und vereinigte Tscherlach mit dieser Herrschaft. Obwohl die Tscherler Leibeigene ihres Herrn waren, hatten sie schon immer gewisse Rechte als Alp- und Allmendgenossen. Die ortsansässigen Tscherler nutzten die Alpen auf dem Lüsis, im Ahorn und auf Sennis und die Allmenden und Wälder. Die Wuhrpflichten an der alten Seez und am Dorfbach drückten die Ortsbürger von Tscherlach schwer. Immer wieder verwüstete der wilde Dorfbach das Dorf und seine Umgebung. bis dieser im Jahr 1884 mit Hilfe des Staates gründlich verbaut werden konnte.

Im Jahre 1779 kauften sich die Tscherler aus der Leibeigenschaft gegenüber ihrer Herrschaft für immer los. Die selbständige Ortsgemeinde stellte eine eigene Gemeindeordnung auf.

Am 11. Oktober 1876 brannte ein Teil des Dörfchens nördlich der Kirche ab. 1890 übertrugen die Tscherler ihre Quellen an eine Wassergesellschaft "Chrauchtel". Im Frühjahr 1907 vernichtete ein Hochwasser östlich der Dorfkirche fünf Häuser und Ställe.

Die Ortsgemeinde Tscherlach zählt heute 138 Bürger und Bürgerinnen. Sie besitzt 137 ha Wald, 1,6 ha Wies- und Ackerland. 100 Stösse Alpanteil auf Sennis und 30 Stösse auf der Alp Ahorn.

Ihre Einnahmen bezieht die Ortsgemeinde aus den Pachtzinsen für die Wiesen, Acker und Alpen, Baurechtszinsen und aus den Holzverkäufen.


Walenstadt
Die Ortsgemeinden wuchsen aus den alten rätoromanischen Dorf-, Allmend- und Alpgenossenschaften hervor. Diese Interessengemeinschaften stellten schon sehr früh bestimmte Verhaltensregeln für das Dorfleben und die bäuerlichen Arbeiten auf, an die sich alle Einwohner zu halten hatten. Diese Reglemente wurden zuerst mündlich überliefert und erst später aufgeschrieben und festgehalten.

Das Gebiet der Ortsgemeinde Walenstadt umfasste das ganze Stadtgebiet innerhalb der Stadtmauer und die umliegenden Felder, Wiesen und Wälder, sowie Allmenden und Alpanteile auf Schwaldis und im Siez (im Weisstannental). Die Walenstadter Einburger unterhielten in der Stadt zwei kleine Armenhäuser, eine Schule für jene Bürgerkinder, die sie besuchen wollten, die Sust am See, die Kaplaneipfrund mit der St. Wolfgangskapelle und das Siechenhaus ausserhalb des Widenbaches auf Tscherlergebiet. Die Einburger und die Ausburger von Walenstadtberg, Mols und Oberterzen schlugen jeweils zusammem drei angesehene Einburger zum Vorschlag für das Schultheissenamt vor. Aus den vorgeschlagenen Männern bestimmte dann die Herrschaft (Grafen von Habsburg und später die eidgenössischen Vögte von Sargans) den amtierenden Schultheissen. Der Schultheiss rief dann einen ersten Stadtrat zu sich, diese zwei einen dritten und so fort, bis der ganze Stadtrat beisammen war.

Mit der Gründung der neuen politischen Gemeinde Walenstadt im Jahre 1803 erloschen die alten Vorrechte der Einburger von Walenstadt. Die Ortsgemeinde Walenstadt war noch einige Jahre Trägerin der Schule in der Stadt und der Kaplaneipfrund mit der Wolfgangskapelle. Sie unterstützte die ärmsten Mitbürger und die Kranken, unterhielt weiterhin zwei kleine Armenhäuser, wählte und bezahlte den Kaplan und die beiden Mesmer der Kirche, sorgte für den Unterhalt des Kirchenschiffes. der Glocken und des Turmes der Pfarrkirche. für die Sustgebäude am See, für die Strassen, Brücken und Wuhren an der alten Seez (0o) und bezahlte die Nachtwächter und die Hebamme in der Stadt. Dafür erhielt sie vom Sustbetrieb bestimmte Abgaben und das Brückengeld von der alten gedeckten Oobrücke, Abgaben von der Flösserei auf der alten Seez und die Zinsen von den Allmenden, Alpen und Feldern, sowie die Einnahmen aus den zahlreichen Holzverkäufen.

Die Ortsgemeinde Walenstadt besitzt heute 430 ha Wald, 506'600 m2 Wiesen und Ackerland im Tal, 124 Stösse Alpanteil auf Siez im Weisstannental, 25 1/2 Stösse auf Schwaldis und 8 Stösse auf Brunnen. Die Ortsgemeinde zählte zur Zeit 386 Stimmberechtigte.

Ihre wichtigste Einnahmequellen sind die Pachterlöse von den Wiesen und Äckern und die Einnahmen aus den verpachteten Steinbrüchen "Mührli" am Raischiben und "Lochezen" am See.


Walenstadtberg
Die Berger gehörten schon seit uralter Zeit zu Walenstadt. Als minderberechtigte Ausburger fühlten sie sich gegenüber den Stadtbürgern immer übergangen und benachteiligt. Ihre Ortsgemeinde besass schon seit jeher eigene Allmenden, Wiesen, Wälder und Alpen, die nur von ortsansässigen Bürgern genutzt werden durften. Sehr viele Wälder und Allmenden mussten sie mit den Stadtbürgern gemeinsam nutzen. Daraus entstand immer wieder Streit zwischen den beiden Ortsgemeinden. Am 29. Februar 1814 erhielten die Ortsbürger von Walenstadtberg endlich die gleichen Rechte und Pflichten wie die Stadtbürger von Walenstadt.

Sie galten jetzt auch als Einburger. Ende 1842 wurde der Teilungsvertrag über den gemeinsamen Wald- und Allmendbesitz zwischen Walenstadt und Walenstadtberg unterzeichnet. Die Stadt erhielt vier Fünftel und der Berg einen Fünftel von allem. Im harten Winter von 1917 zerstörte eine riesige Staublawine an den Wiesen ob dem Sanatorium 14 Ställe und Heustadel.

Heute besitzt die Berger Ortsgemeinde 9 ha Wiesland, 104 ha Wald, 141 ha Alpweide auf Tschingla, 40 1/2 Stösse Alpanteil auf Schrina, 8 1/2 Stösse Alpanteil auf Schwaldis und 84 ha unproduktives Land. Sie zählt 78 Bürgerinnen und Bürger. Während 1940 noch 36 Familien am Walenstadtberg vom Bauerngewerbe lebten, sind es heute nur noch 8.